Gründung
Mit dem Bescheid der Landesdirektion Sachsen vom 1. Juli 2025 wurde die von Bernd Vetter gegründete Stiftung als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts anerkannt.
Der Sitz der Stiftung ist Grünhain-Beierfeld.
Die Stiftung verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke.
Leitbild der Hans Bernd Vetter Stiftung
Zweck der Stiftung ist die Förderung von Wissenschaft und Forschung in den Bereichen Mechanik, Mechatronik, Elektronik und Feinmesstechnik.
Der Zweck wird insbesondere verwirklicht durch
- die Vergabe von Stipendien an Studenten im Ingenieurwesen, bevorzugt in den Bereichen Mechanik, Mechatronik, Elektronik und Feinmesstechnik, für wissenschaftliche Arbeiten, Veranstaltungen oder Projekte auf diesen Gebieten. Die Themen werden in Abstimmung mit Hochschulen und Fachhochschulen, bevorzugt aus den Regionen der Unternehmensstandorte (momentan Kleve und Mittweida), festgelegt.
- die Verleihung von Preisen für wissenschaftliche Arbeiten und Forschungsergebnisse.
- die finanzielle Unterstützung von Hochschulen und Forschungseinrichtungen in den Regionen der Unternehmensstandorte.
Organe der Stiftung
Die Stiftung sind der Vorstand und der Stiftungsrat. Der Vorstand vertritt die Stiftung gerichtlich und außergerichtlich.
Der Vorstand hat für die dauerhafte und nachhaltige Erfüllung des Stiftungszweckes zu sorgen. Er führt die laufenden Geschäfte der Stiftung. Der Stiftungsrat überwacht die Geschäftsführung des Vorstandes und nimmt die Gesellschafterrechte an der ARMANO Messtechnik GmbH wahr.
Der Stiftung wurden 20 % Anteile an der ARMANO Messtechnik GmbH übertragen. Spätestens mit dem Ableben des Stifters erhält die Stiftung 100 % der Anteile.
| Bernd Vetter | Prof. Dr. Jörg Matthes | Prof. Dr. Oliver Locker-Grütjen |
|---|---|---|
| Stiftungsvorstand Vorsitzender | Stiftungsvorstand Stellv. Vorsitzender | Stiftungsvorstand |
| Geschäftsführer der ARMANO Messtechnik GmbH | Fakultät Ingenieurwissenschaft der Hochschule Mittweida | Präsident der Hochschule RHEIN-WAAL |
Die Stiftung wird im Jahr 2026 ihre Arbeit und ihre Förderlinien vollumfänglich aufnehmen.
Förderlinien der Hans Bernd Vetter Stiftung für 2026 bis 2028
Stipendien
Das Deutschlandstipendium fördert Studierende beider Hochschulen, die bereits hervorragende Leistungen im Studium erbracht haben oder die besonders gute Studienleistungen erwarten lassen. Hierbei sollen insbesondere Studierende in den Ingenieur- und Naturwissenschaften gefördert werden.
Die Stipendiat*innen werden ein Jahr lang monatlich gefördert. Die Hälfte der Fördersumme wird durch die Hans Bernd Vetter Stiftung getragen, die andere Hälfte finanziert der Bund.
Es können sich Studierende aller Nationalitäten und Fachrichtungen bewerben. Sie müssen an der Hochschule immatrikuliert sein oder sich im folgenden Semester immatrikulieren.
Sprachkurse
Die Hochschule Rhein-Waal erhält Mittel zum Ausbau von Deutschkursen für internationale Studierende der Ingenieur- und Naturwissenschaften. Die Hochschule bietet Deutschkurse als Teil ihres Studienangebots für Studierende an. Diese umfassen studienbegleitende Kurse in den Semestern sowie Deutschintensivkurse in den Semesterferien. Es werden Kurse für verschiedene Niveaus angeboten, darunter auch spezifische Kurse wie DaF B1 und B2. Der Unterricht konzentriert sich auf den Aufbau kommunikativer Fähigkeiten, Hör- und Leseverständnis, schriftlichen Ausdruck, Grammatik, Aussprache und Landeskunde (ab B1).
Veranstaltungen
Die Hans Bernd Vetter Stiftung unterstützt die Hochschulen bei der Durchführung nationaler oder internationaler wissenschaftlicher Veranstaltungen an den jeweiligen Standorten mit entsprechender Thematik zum Stiftungszweck. Dazu gehören internationale Kongresse, Symposien, Kolloquien und Workshops, Internationale Fachkonferenzen und Jahrestagungen (z. B. 3D-Druck Forum, Lasertagung).
Studierendenprojekte und Praktika
Die Stiftung fördert Studierende bei der Bearbeitung von praktischen Aufgabenstellungen an den jeweiligen Standorten durch Werkverträge. Ebenso können studentische Projekte durch Sponsoring (z. B. TECHNIKUM MITTWEIDA MOTORSPORT (TMM)) unterstützt werden. Ein besonderer Fokus soll dabei auch auf Kooperationen von studentischen Projekten mit Unternehmen gelegt werden (Praktikum und Abschlussarbeit).
Zur Begleitung studentischer Projekte kann auch Laborausstattung in den Hochschulen gefördert werden.
Kooperationen
Zur Förderung der Zusammenarbeit sollen Kooperationen mit Unternehmen (z. B. auch durch Duales Studium), mit Schulen vor Ort (z. B. Inno-Lab für Schüler) oder auch im internationalen Rahmen erfolgen.
"Digital Fabrication" ist auf dem Weg, die Welt und das Wirtschaftsleben grundlegend zu verändern. Techniken wie 3D-Druck, 3D-Scanning oder Laserschneiden auch in unserer Region verfügbar zu machen - das ist das Ziel des Projektes "zdi-FabLab @ school". Dazu haben die Fakultät Kommunikation und Umwelt der Hochschule Rhein-Waal und das zdi-Zentrum Kamp-Lintfort ein Konzept des Massachusetts Institute of Technology (MIT) adaptiert, das weltweit vernetzt ist: das FabLab.
In der High-Tech-Werkstatt sollen Schüler, Studierende, Gründer und Unternehmen mit moderner Fertigungstechnologie vertraut gemacht werden. Das FabLab Kamp-Lintfort an der Hochschule Rhein-Waal bietet auf über 600 m² nicht nur den Raum, sondern auch die nötigen Maschinen, um eigene Ideen zu verwirklichen. Schon jetzt bauen in kostenlosen Workshops des zdi-Zentrums Kamp-Lintfort Schüler ihren eigenen 3D-Drucker. Von der Grundstruktur, über die Stepper-Motoren bis hin zur Integration des Arduino-Bausteins und der Software-Ansteuerung wird alles vermittelt, was es zur Inbetriebnahme eines eigenen 3D-Druckers braucht. Die Drucker werden den Schulen für einen fächerübergreifenden Einsatz gestiftet.
Ziel der Förderung durch die Stiftung ist die Unterstützung des zdi-Schülerlabors und die Kooperation mit den umliegenden Schulen am Standort Kamp-Lintfort.
Das HSMW InnoLab bietet Studierenden aller Fachrichtungen, die sich für Elektrotechnik, Automation, Informatik, Mathematik, Robotik und Künstliche Intelligenz interessieren, einen kreativen Raum, um eigene Ideen umzusetzen, Gelerntes praktisch anzuwenden und ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Hier können sie interdisziplinär zusammenarbeiten – in ihrem eigenen Tempo und unabhängig von Hörsaal oder Seminarraum. Ein weiteres Labor (Maker Science) ist derzeitig in Planung und soll 2027 den Betrieb aufnehmen.
Förderprojekte der Hans Bernd Vetter Stiftung
Rückblick auf das 12. Mitteldeutsche Forum 3D-Druck in der Anwendung
Am 15. Oktober 2025 fand im Gerhard-Neumann-Bau der Hochschule Mittweida das 12. Mitteldeutsche Forum „3D-Druck in der Anwendung“ statt. Rund 120 Teilnehmende – darunter zehn Firmenaussteller, Studierende und Forschende – nutzten die Gelegenheit zum fachlichen Austausch. Nach der Begrüßung durch Tagungsleiter Prof. Jörg Matthes sowie Grußworten des Prorektors Forschung und des Oberbürgermeisters betonte Staatsminister Sebastian Gemkow in einer Videobotschaft die Bedeutung moderner Fertigungstechnologien für Sachsen. Die Keynote von Prof. Stefan Roth (Hochschule Schmalkalden) beleuchtete die Entwicklung des 3D-Drucks vom anfänglichen Hype über die Konsolidierung bis zur heutigen Etablierung.
Trotz bestehender Grenzen bieten additive Verfahren weiterhin große Potenziale. In zwei Vortragsblöcken mit insgesamt 28 Fachbeiträgen wurden Themen wie innovative Verfahren, Materialentwicklungen, hybride Lösungen, metallbasierte Fertigung, Prozess-überwachung und Qualitätssicherung diskutiert. Ergänzend konnten die Teilnehmenden das Laserinstitut Hochschule Mittweida besichtigen oder im Workshop „3D-Scannen“ praktische Erfahrungen mit Artec-Scannern und der Software Freeform sammeln. Zehn Unternehmen und Forschungseinrichtungen präsentierten ihre Lösungen und Anwendungen.
Im abschließenden Vortrag zeigte Designerin Ada Matthes, wie gesellschaftliche Veränderungen das Produktdesign prägen und welche neuen Gestaltungsmöglichkeiten der 3D-Druck eröffnet.
Traditionell endete das Forum mit der Übergabe des Staffelstabs an die Ernst-Abbe-Hochschule Jena, die 2026 Gastgeberin sein wird.
Das Forum, das von der Hans Bernd Vetter Stiftung finanziell unterstützt wurde, hat sich erneut als zentrale Plattform für Austausch und Vernetzung etabliert. Die Vielfalt der Themen unterstreicht: Additive Fertigung ist längst in der Praxis angekommen und bleibt ein wichtiger Innovationstreiber für Mitteldeutschland.